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Artikel vom: 06.05.2011

Schlüssellochchirurgie

„Medizinischen Sonntagsvorlesung“ an der TH Wildau

Wie durch ein Schlüsselloch in Bauch oder Gelenke schauen. Bei der sinnbildlich genannten Schlüssellochchirurgie wird eine Operation mit mehreren kleinen Hautschnitten von ca. einem Zentimeter und Spezialinstrumenten durchgeführt, die durch diese „Schlüssellöcher“ ins Innere des Körpers gelangen. Medizinisch korrekt sind für dieses Verfahren die Bezeichnungen „Minimal invasive Chirurgie“ oder Laparoskopische Chirurgie“.

Dr. Heidemarie Strehz stellte im Rahmen der „Medizinischen Sonntagsvorlesung“ diese Operationstechnik vor. Bei einer minimal invasiven Operation wird dem Patienten, sobald er in Narkose liegt, zunächst der Bauch bis zu einem definierten Druck „aufgepumpt“. Das ist nötig, um einen Arbeitsraum zu schaffen, in den eine Kamera und Arbeitsinstrumente eingeführt werden können. Anders als bei etwa bei einer Operation am offenen Bauch orientiert sich bei dieser Methode der Chirurg an einem Bildschirm, der das Bild der Kamera aus dem Inneren des Patienten überträgt. Die Vorteile liegen dabei neben dem besseren Überblick über alle Bauchorgane, in den nur sehr kleinen Schnitten. Der Patient hat nach der OP weniger Schmerzen, kann schneller nach Hause entlassen werden, ist schneller wieder mobil und arbeitsfähig, und es bleiben nur winzige Narben zurück. Für Patienten mit schwersten Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen ist die Methode nicht geeignet, da diese Patienten einen erhöhten Druck im Bauchraum nicht vertragen würden.
Quelle: KW TV